Beim indirekten Abschrecken wird ein zuvor auf Härtetemperatur erwärmtes Bauteil – in der Regel Platinen – in ein gekühltes Werkzeug eingelegt. Dabei findet keine direkte Berührung mit der Kühlflüssigkeit statt.
Das Bauteil kann während dieses Prozesses entweder umgeformt und gleichzeitig gehärtet oder lediglich in Form gehalten und gehärtet werden.
Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens liegt im trockenen Prozessablauf: Die gehärteten Teile müssen anschließend nicht gewaschen werden.
Das eingesetzte Härtewerkzeug verfügt über konturnahe Tieflochbohrungen, die speziell auf die jeweilige Zykluszeit, die erforderliche Umformkraft sowie die Bauteilkontur abgestimmt sind. An den Druckflächen sorgen optimierte Querschnitte für einen besonders effizienten Wärmeaustrag.
Sobald nach dem Presskraftaufbau das Bauteil gegen die Werkzeugoberfläche gepresst wird, beginnt der rasche Wärmeentzug – der Abschreckprozess setzt ein.
Die Kühlzeit wird dabei individuell an das jeweilige Formteil angepasst. Faktoren wie die Bauteiloberfläche, das Materialvolumen, die Wärmeleitfähigkeit sowie die angestrebte Härtestruktur (z. B. martensitisches Gefüge) fließen in die Auslegung ein.